CO2 ist in aller Munde

Wenn es um Nachhaltigkeitsthemen geht, fehlt der ein Begriff „CO2“ in keiner guten Diskussion.

Es heißt, dass jeder von uns seinen CO2-Fußabdruck auf 2 Tonnen pro Jahr reduzieren muss, wenn wir die globale Erwärmung auf weniger als 2 Grad begrenzen wollen.

Hmm, 2 Tonnen hört sich jetzt erstmal ganz schön viel an. Das kann ja nicht so schwer sein.

Die Challenge

Um herauszufinden, ob es tatsächlich so einfach ist diese Obergrenze einzuhalten, messe ich jetzt täglich meinen CO2-Verbrauch.

Ich gebe CO2-Rechner bei Google ein und werde mit zahlreichen Ergebnissen überschüttet. Ich entscheide mich für den vom WWF. Nachdem ich fleißig allerlei Zahlen – gefühlt mein ganzes Leben – eingegeben habe, prangt das Ergebnis selbstbewusst auf meinem Bildschirm: 8 Tonnen.

Ach ja, vielleicht ist es doch nicht so einfach die 2-Tonnen-Grenze einzuhalten. Wunderbar deprimiert will ich meine Challenge nicht gleich wieder nach 5 Minuten abbrechen und nehme mir vor meinen Verbrauch selbst zu messen. Oder es zumindest zu versuchen. Im Gegensatz zu Kalorien wird der Kohlenstoffdioxidverbrauch ja unpraktischerweise noch nicht auf jeder Verpackungen angegeben.

 

Selbst ist die Frau

Vielleicht kann das Internet helfen? Ich finde eaternity: Eine Seite, die sich mit dem Thema klimafreundliche Gerichte beschäftigt. Perfekt für mich also. Schnell habe ich alle Gerichte des Tage eingegeben und es ergibt sich eine Summe von 499 Gramm CO2. Schonmal kein schlechter Start.

 

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Als nächstes knüpfe ich mir unseren Strom vor. Ich lese den Stromzähler jeden Tag ab und notiere mir die Differenz zum Vortag. Da ich Ökostrom von Lichtblick beziehe, schlägt eine Kilowattstunde mit „nur“ 40 Gramm Kohlenstoffdioxid zu Buche. Ganz im Gegenteil zum konventionellen Strommix, der sich auf 600 CO2 pro Kilowattstunde beläuft. Somit verursache ich durch meinen Stromverbrauch 1,2 Kilogramm CO2 pro Tag.

Da ich an diesem Tag nur zu Fuß unterwegs war, bleibt mein ökologischer Fußabdruck dadurch unberührt. Und das war’s dann auch schon. Das ging wesentlich schneller als gedacht.

 

Das Resultat

Das Ergebnis nach einem Tag ist 1,7 Kg CO2. Auf ein Jahr hochgerechnet macht das 620 Kilogramm. Also, noch weit unter der 2 Tonnen Marke. So weit, dass ich nervös werden und ständig überlege, was ich wichtiges vergessen haben könnte. Mir fällt spontan nichts ein.

 

Mein Fazit

Es war sehr spannend mich in die Welt des Kohlenstoffdioxids zu begeben. So habe ich gelernt, dass 100 Gramm Bananen mit 45 Gramm CO2 viel besser abschneiden, als Scheibenkäse mit über 800 Gramm. Wer hätte das gedacht? Ich nicht.

Komisch finde ich es auf jeden Fall schon, dass sich mein selbst zusammengestelltes Tagesergebnis in der Hochrechnung so sehr von meinem zuvor errechneten WWF-Ergebnis von 8 Tonnen unterscheidet. Woran das wohl liegen mag?

Natürlich weiß ich, dass mein Tagesresultat nicht repräsentativ ist, da an vielen Tagen durch Auto, Bahn etc. verursachte CO2-Emissionen noch hinzukommen. Oder vielleicht auch mal ein Urlaub? Alleine mit einem Hin- und Rückflug von Berlin nach New York hätte ich mein 2-Tonnen-Ziel lange verfehlt. So ein Flug verursacht nämlich schon alleine 3 Tonnen.

Was mach ich nun also mit dem Wissen, um meinen CO2-Verbrauch? Nie wieder in den Urlaub fliegen? So weit würde ich nicht gehen. Aber ich werde die Dinge in Zukunft sicher verstärkt durch die CO2-Lupe betrachten und stärker in meine Entscheidungen mit einbeziehen. Zum Beispiel wenn es um die nächste Urlaubsplanung geht. Deutschland hat schließlich auch viel zu bieten.